Gleichungen - die Geheimsprache der Chemie
Wer soll denn das verstehen?
2
H2 + O2 -->
2 H2O
Kein Problem,
wenn man die Bedeutung der Symbole kennt.
H2 ist das
Symbol für das Wasserstoffmolekül, O2
kennzeichnet das Sauerstoffmolekül, und H2O
kennt ja sowieso jeder. Durch diese Gleichung wird also beschrieben,
dass zwei Moleküle
Wasserstoff mit einem Molekül Sauerstoff
zu zwei Molekülen Wasser reagieren.
Der Pfeil (-->) zeigt an, dass sich die Edukte
(Ausgangsstoffe) in ein neues Produkt (Endstoff)
umwandeln.
Diese Reaktion wird auch als Knallgasreaktion bezeichnet,
weil sie explosionsartig abläuft.
Die
verwendeten Symbole stehen im Periodensystem
der Elemente. Anfangs muß man noch
nachsehen, aber
nach einiger Übung kennt man bald alle wichtigen Elementsymbole.
Gleichungen
sind für Chemiker sehr wichtig, weil man sofort einen Überblick
über die umgesetzten
Stoffe hat. Außerdem kann man damit
interessante Berechnungen durchführen, z.B. welche Energie
bei
der Explosion von einem Liter Wasserstoffgas freigesetzt wird, oder
welche Menge an Sauerstoff
dazu benötigt wird. Solche
Rechenaufgaben heißen in der Chemie stöchiometrische
Berechnungen.
Sie sind sehr beliebt bei Schulaufgaben und Exen.
Um
also solche Aufgaben lösen zu können, muß man sicher
mit chemischen Gleichungen umgehen
können.
Aber dies ist nicht schwer, wenn man sich an folgende Regeln hält:
Regeln zum Aufstellen von Formelgleichungen
1.
Zunächst schreibt man die Formeln für die Edukte
und die Produkte an: H2
+ O2 ----- H2
O
Diese Formeln beschreiben das Aussehen der Stoffteilchen.
2.
Nun muß man die Molekülzahlen so verändern, dass auf
der linken Seite die gleiche Anzahl an
Atomen steht wie auf
der rechten Seite.
Da auf der linken Seite im O2
zwei Sauerstoffatome enthalten sind, muß man rechts vor dem
H2O die Zahl zwei setzen:
H2
+ O2 ----- 2H2
O
Dies bedeutet, dass zwei Wassermoleküle entstehen. Diese
enthalten insgesamt zwei
Sauerstoffatome und vier Wasserstoffatome. Da aber links nur zwei
Wasserstoffatome in einem
H2 vorkommen, muß
man auch vor dem Wasserstoff noch die Zahl „2“
setzen:
2
H2 +
O2
----> 2
H2 O
3. Um sicher zu gehen, ob die Gleichung tatsächlich korrekt ist, führt man die Probe durch:
2H2 + O2 ----> 2 H2 O
Zahl der Wasserstoffatome: links 2
mal 2 = 4; rechts 2
mal 2 = 4
Zahl der Sauerstoffatome: links
2 ;rechts 2
mal 1 = 2
Merke:
Um Gleichungen richtig zu stellen, darf man nur die Zahlen vor dem
Molekül verändern,
niemals die Zahl innerhalb eines Moleküls.
Nur ein Anfänger folgenden Fehler
machen: H2 + O2
-----> H2
O2
Zwar
ist die Zahl an Atomen links und rechts gleich groß (je 2 H und
2 O), aber das Produkt
ist nun kein Wassermolekül mehr,
sondern ein völlig anderer Stoff, das Wasserstoffperoxid.
Dies
entsteht aber bei der Knallgasreaktion nicht.
Aufgabe:
Stelle die Gleichung für die Biologische Oxidation richtig:
C6H12O6
+ O2
----> CO2
+ H2O
Erstelle die Reaktionsgleichungen:
1.
Stickstoff und Wasserstoff bilden mit Hilfe eines Katalysators bei 200 bar und
500° C Ammoniak.
2. Leitet man Wasserstoff über erhitztes Rotes Eisenoxid (Fe2O3), bilden sich
Eisen und Wasserdampf.
3. Das Metall Natrium reagiert in einer stark exothermen Reaktion mit Wasser zu
Natriumhydroxid (NaOH)
und Wasserstoff.
4. Leitet man Wasserdampf über glühende Kohle, so bildet sich ein homogenes
Gasgemisch aus Kohlenstoffmonoxid
und Wasserstoff.
5. Leitet man das Gas Kohlenstoffdioxid über glühende Kohle, so bildet sich
Kohlenstoffmonoxid.
6. Aluminium löst sich in Salzsäure (HCl) auf unter Wasserstoffentwicklung. In
der Lösung lässt sich das Salz Aluminium-
chlorid nachweisen.
7. Schwarzes Kupferoxid (CuO) reagiert mit Salzsäure zu Wasser und
Kupferchlorid.
8. Salpetrige Säure (HNO2) entsteht, wenn man Distickstofftrioxid mit Wasser
vermischt.
9. Quarzsand (Siliciumdioxid) reagiert mit Koks im elektrischen Ofen zu
Siliciumcarbid SiC, während
Kohlenstoffmonoxid entweicht.
10. Schwefeldioxid reagiert mit Sauerstoff in Gegenwart eines Katalysators zu
Schwefeltrioxid.
11. Bei Anwesenheit von Sauerstoff verbrennt Kohlenstoffdisulfid zu
Kohlenstoffdioxid und Schwefeldioxid.
12. Aluminiumsulfid reagiert mit Schwefelsäure (H2SO4) zu Aluminiumsulfat
(Al2(SO4)3) und Schwefelwasserstoff.
13. Eine Mischung aus Calciumphosphat (Ca3(PO4)2) und Quarzsand wird zum Glühen
erhitzt. Es entsteht
Calciumsilikat (CaSiO3) und Tetraphosphordecaoxid.
14. Eine Lösung von Natriumdihydrogenphosphat (NaH2PO4) wird mit
Calciumhydroxid (Ca(OH)2) versetzt.
Es fällt Calciumphosphat (Ca3(PO4)2 als
Niederschlag aus. Außerdem bilden sich Natriumhydroxid (NaOH)
und Wasser.