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1.1 |
Protolysereaktionen der Alkanole |
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Alkohole sind Derivate des Wassers. Wie das Wassermolekül
können sie als Säuren (Protonenedonatoren) und als Basen (Protonenakzeptoren)
reagieren. |
Begründung:
Der stark elektronegative Sauerstoff polarisiert die O – H –
Bindung und erleichtert die Protonenabspaltung.
Die freien Elektronenpaare am Sauerstoff können Protonen anziehen. |
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Protolysereaktionen des Wassers

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Protolysereaktionen der Alkohole

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a) |
Alkohole als Brönsted-Säuren |
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Alkohole (pKs = 16 – 18) reagieren noch schwächer
sauer als Wasser (pKs = 15,7).
Wässrige Alkohollösungen zeigen keine saure Reaktion
mit Indikatoren (keine Rotfärbung von Lackmuslösung). |
Begründung:
Alkylgruppen haben einen +I – Effekt. Durch die
Elektronen-Donor-Wirkung wird die Polarität der O – H – Bindung
abgeschwächt und die Protonenabgabe erschwert. |
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Das Protolysegleichgewicht zwischen Wasser und Alkohol liegt
überwiegend auf der Seite der Edukte: |

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Durch Reduktion der Oxoniumionen lässt sich das Gleichgewicht
auf die rechte Seite verschieben: |
Na à Na+ + e-
H3O+ + e- à H2O + ½
H2 |
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Gesamtreaktion von Alkoholen mit Natrium: |
2 Na + 2ROH à 2Na+ +2 RO- + H2 |
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Das gebildete Natriumalkoholat reagiert (als Salz einer sehr
schwachen Säure) sehr stark basisch; es entzieht dem Wasser (der
stärkeren Säure) Protonen: |
RO- + H2O à ROH +
OH- |
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b) |
Alkohole als Brönsted-Basen |
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Starke Säuren können Protonen auf Alkohole übertragen |


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Die entstehenden Alkyloxoniumionen sind instabil und reagieren
sofort weiter. |
Je nach Reaktionsbedingungen entstehen Alkene, Ether oder Ester
der anorganischen Säure |
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Beispiel: Reaktionen eines Ethanol – Schwefelsäuregemisches:
Das primär gebildete Ethyloxoniumion spaltet Wasserab
(vereinfacht). |
Wasser ist eine gute Abgangsgruppe:
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Alkene entstehen durch Protonenabspaltung |
Bildung von Ethen
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Ether bilden sich durch nucleophilen Angriff eines
Alkoholmoleküls |
Bildung von Diethylether
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Ester anorganischer Säuren entstehen durch nucleophilen Angriff
des Säurerestes |
Bildung von Ethyschwefelsäure

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1.2 |
Oxidationsprodukte der
Alkohole |
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Zur Unterscheidung der Alkohole dient die Reaktion mit schwefelsaurer
Kaliumdichromatlösung.
Primäre und sekundäre Alkohole bewirken eine Umfärbung der
Lösung von orange nach grün,
Tertiäre Alkohole reagieren nicht. |
Cr2O72- + 6e- + 14H+
à 2Cr3+ + 7 H2O
(orange) à (grün) |
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Primäre Alkohole werden dabei zu Aldehyden oxidiert. |
R-CH2OH à R-CHO + 2e-
+ 2H+ |
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Sekundäre Alkohole werden zu Ketonen oxidiert |
R-CHOH-R à R-CO-R + 2e-
+ 2H+ |
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Die Oxidationsprodukte lassen sich am Geruch , mit der Fehling-Reaktion
und durch die Tollens-Probe voneinander unterscheiden. |
Aldehyde: stechender Geruch, Fehling positiv, Silberspiegelprobe
positiv.
Ketone: angenehmer Geruch, Fehling negativ, Silberspiegelprobe
negativ |
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Mit stärkeren Oxidationsmitteln lassen sich auch tertiäre
Alkohole oxidieren. Dabei wird das Kohlenstoffgerüst zerstört. |
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2. |
Phenole |
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2.1 |
Saure Reaktion |
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Wässrige Lösungen von Phenol reagieren sauer. Dadurch
unterscheiden sie sich von den Alkanolen. |
Bromthymolblau wird gelb, Lackmuslösung wird rot. |
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Begründung:
1. Die Phenylgruppe hat einen –I – Effekt. Durch die Elektronen
anziehende Wirkung wird die O-H – Bindung stärker polarisiert,
die Protonenabspaltung wird erleichtert.
2. Das entstehende Phenolation ist mesomeriestabilisiert, die
negative Ladung ist über den aromatischen Ring delokalisiert. |
C6H5-O-H à C6H5-O-
+ H+

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2.2 |
Aromatische Substitution |
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Die elektrophile aromatische Substitution geht leichter als beim
Benzol. Die Bromierung gelingt ohne Katalysator! |
Begründung: Der + M – Effekt der Hydroxygruppe erhöht die
Elektronendichte im Ring und erleichtert den Angriff von
Elektrophilen.
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Der Zweitsubstituent wird in die ortho- und para- Stellung
dirigiert.
(s. Aromatische Substitution) |
Begründung: Die Sigmaverbindungen sind besser
mesomeriestabilisiert als in meta- Stellung. Geringere
Aktivierungsenergie erforderlich.
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3. |
Aufgaben |
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3.1 |
Eine flüssige organische Verbindung X hat die molare Masse M(X)
= 60 g/mol. Beim Erwärmen von X mit schwefelsaurer
Kaliumdichromatlösung schlägt die Farbe des Gemisches von orange
nach grün um. Dabei entsteht unter anderem die organische
Verbindung Y, mit der die Tollensprobe (Silberspiegelreaktion) unter
Bildung der organischen Verbindung Z positiv verläuft.
a) Leiten Sie die Strukturformeln der Verbindungen X, Y und Z ab und
benennen Sie diese!
b) Stellen sie die Gleichung für die Reaktion zwischen der
Verbindung X und der Dichromatlösung auf.
c) Beschreiben Sie die Durchführung der Silberspiegelprobe und
formulieren Sie die Gleichung für die Umsetzung mit der Verbindung
Y! (LK 2000,IV,1) |
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3.2 |
Verbindungen vieler Stoffklassen zeigen eine mehr oder weniger
ausgeprägte Acidität Beispiele hierfür sind Alkohole, Phenole und
Carbonsäuren.
a)Erklären Sie für jede der genannten Stoffklassen die
Bereitschaft zur Protonenabgabe!
b) Durch Einführung von Substituenten in die Moleküle kann sich
die Acidität von Stoffen verändern. Vergleichen Sie die
Aciditäten von
1. Ethanol und 2,2,2-Trichlorethanol,
2. Propansäure und 2-Hydroxypropansäure,
3. Methansäure und Ethansäure
c) Ordnen Sie den Isomeren 3-Nitrophenol und 4-Nitrophenol die pKs-Werte
7,15 und 8,39 zu und begründen Sie die Zuordnung unter
Mitverwendung von Grenzstrukturformeln. (LK 2001,III,1) |
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3.3 |
a) Erläutern Sie unter Mitverwendung von Grenzformeln die
Acidität des Phenols!
b) Auch die Derivate 2-Nitrophenol und 2-Methylphenol sind acid.
Ordnen Sie Phenol und die Derivate nach abnehmender Acidität und
begründen Sie Ihre Entscheidung! (LK 1997,III,1) |
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3.4 |
a)Es gibt verschiedene Alkane mit der Summenformel C5H12.
Ermitteln Sie die Strukturformel des Isomers, von dem nur ein einwertiger
Alkohol abgeleitet werden kann, und benennen Sie Kohlenwasserstoff
und Alkohol!
b) 1-Propanol, 2-Propanol und 2-Methylpropanol sind ebenfalls
einwertige Alkohole. Ordnen sie diese Alkohole nach
1. abnehmender Acidität,
2. nach abnehmende Bereitschaft zur Bildung von Alkenen beim
Erhitzen mit Schwefelsäure! Begründen sie ihre Aussagen unter
Verwendung von Strukturformeln!
c) Nur einer der unter b) genannten Alkanole lässt sich mit
schwefelsaurer Dichromatlösung oxidieren. Erstellen Sie die
Redoxgleichungen. (LK 1997,IV,2) |
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3.5 |
Beschreiben Sie die Durchführung der Nitrierung von Phenol!
Vergleichen Sie die Reaktionsgeschwindigkeit mit der RG der
Nitrierung von Benzol!
Begründen Sie die Positionierung der Nitrogruppen! |
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