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Hinweis Zum
Verständnis organischer chemischer Vorgänge benötigt man eine Reihe
von Grundkennt-
Übersicht
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Formale
Ladung = Zahl der Valenzelektronen des Atoms |
Beispiel:
Formale Ladung des Kohlenstoffs in CH4:
4 Valenzelektronen
- 0 nichtbindende Elektronen
- 8/2 bindende Elektronen
=
0
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Übungsaufgaben
zu 3.
1.
Berechnen Sie die formale Ladung aller Atome in folgenden Lewis -
Strukturen:

2.
Berechnen Sie die formale Ladungen der Atome in folgenden
Valenzstrichformeln:
4.
Mesomerie (Resonanz)
Manche
Moleküle lassen sich durch zwei gleichwertige Formeln beschreiben, z.B.
das Ozon:

Nach
diesen Formeln hätte das Molekül eine längere Einfach- und eine kürzere
Doppelbindung.
Tatsächlich sind die Bindungen aber gleich lang. Zur Lösung des Problems gibt
man beide Formeln an und
schreibt einen Doppelpfeil zwischen ihnen.
Diese Art von Formulierung nennt man Mesomerie oder Resonanz, die
einzelnen Formeln werden
mesomere Grenzformeln genannt.
Die tatsächliche Struktur ist als Zwischending zwischen den beiden
Grenzformeln zu verstehen.
Die Bindungen sind weder Einfach- noch Doppelbindungen, sondern haben
einen mittleren
Bindungsgrad. Jedes der entständigen Atome hat eine Formalladung von ½
_ . Die Elektronen
springen nicht hin und her, und die Moleküle entsprechen nicht
zeitweise der einen, zeitweise
der anderen Grenzformel. Eine Lewisformel allein kann das Molekül nicht
richtig beschreiben.
Beispiel
Salpetersäure:

Die
Bindungen zwischen dem N – Atom und den O – Atomen in der rechten
Molekülhälfte sind
ein Mittelding zwischen Einfach- und Doppelbindung. Beide sind 121 pm
lang. Die dritte Bindung
zwischen N und O, die in
beiden Grenzformeln als Einfachbindung erscheint, ist länger: 141 pm.
Beispiel
Carbonat-Ion:

Das
Carbonat-Ion ist planar, alle Bindungen sind gleich lang und nehmen
Werte zwischen Doppel-
und Einfachbindung ein. Die Summe der formalen Ladungen entspricht der
Ladung des Ions.
Delokalisation
werden kann. Man sagt, die Ladung sei delokalisiert. Sie
verteilt sich gleichmäßig auf alle drei
Sauerstoffatome.
1. Grenzformeln unterscheiden sich nur in der Verteilung der
Elektronen. Die räumliche Anord-
nung der Atomkerne
muß für alle mesomeren Grenzformeln die gleiche sein.
2. Zwei aneinander gebundene Atome sollen keine Formalladungen mit
gleichem Vorzeichen
haben.
3. Die wichtigsten Grenzformeln sind diejenigen mit der kleinsten Anzahl
von Formalladungen
und mit den
kleinsten Beträgen für diese Ladungen. Am günstigsten sind
Grenzformeln ohne
Formalladungen.
4. Bei den wichtigeren Grenzformeln entspricht die Verteilung von
positiven und negativen Formal-
ladungen den
Elektronegativitäten der Atome. Das elektronegativste Atom soll keine
positive
Formalladung erhalten.
Beispiel Cyanat-Ion

Die Atome sind nur in der Reihe OCN- aneinander gebunden. NOC-
oder CNO- kommen als
Grenzformeln nicht in Betracht (Regel1).
Grenzformel (c) ist ohne Bedeutung, da sie mehr Formalladungen als die
anderen hat. (Regel 3).
Wegen der Elektronegativität ist Grenzformel (a) die wichtigste Formel.

Hier
ist Grenzformel (c) ohne Bedeutung. Benachbarte Atome haben jeweils eine
positive
Ladung (Regel 2).
Beispiel Nitrosylfluorid
Die
rechte Grenzformel ist von geringer Bedeutung, da Fluor als das elektronegativste Atom
eine positive Formalladung hat (Regel 4). Auch nach Regel 3 ist (b) wegen der größeren
Zahl
der Formalladungen ungünstiger.
Übung:
1. Formulieren Sie die Mesomerie des N2O – Moleküls. Es
ist linear gebaut mit der Reihen-
folge NNO.
Lösung:
Gesamtzahl
der Valenzelektronen: N 2.5 = 10, O = 6, Ges. 16
Zahl
der Bindungselektronen = 8.(Zahl der Atome) – (Zahl der
Valenzelektronen) = 8 . 3
– 16 = 8
Danach müssen vier Bindungen vorhanden sein. Damit kann man drei
Lewisformeln notieren:

Grenzformel ( c ) hat gleiche Formalladungen an benachbarten Atomen und
entfällt damit.
Ergebnis:

2.
Vervollständigen Sie die folgenden Grenzformeln mit einsamen
Elektronenpaaren und For-
malladungen.
Welche
Grenzformel trägt zu den tatsächlichen Bindungsverhältnissen am stärksten
bei,
welche ist unbedeutend?
a) [O-N=N-O ßà
O=N-N-O ßà O-N-N=O]2-
b)
H-O-N=S ßà
H-O=N-S
c)
F-N=N-F ßà F=N-N-F ßà
F-N-N=F
3. Sind die NO-Bindungen im NO2- oder NO2+
kürzer?
4. Formulieren Sie die Mesomerie für
a) HNSO, b) FNNN, c) [O2CCO2]2-,
d) S2N2 (ringförmiges Molekül mit abwechselnden
S- und N- Atomen.